Mitgliederbefragung der DGP zur möglichen Unterstützung weiblicher Kandidatinnen für das Präsidentinnenamt

Die Frauen in der Pneumologie haben eine Mitgliederbefragung durchgeführt, um ein Stimmungsbild innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Frage einer möglichen gezielten Unterstützung weiblicher Kandidatinnen für das Amt der DGP-Präsidentin zu erhalten. Die Umfrage wurde zudem über den Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner (BdP) verbreitet.

Insgesamt nahmen 716 Personen an der Umfrage teil. Die Antworten kamen zu etwa gleichen Teilen von Frauen und Männern. Die Teilnehmenden waren überwiegend in der Klinik (47,9 %) und in der Praxis (31,8 %) tätig.

Ein Teil der Befragten sieht strukturelle Faktoren als mögliche Einflussgrößen: 34,8 % nannten bestehende Gesellschafts- und Netzwerkstrukturen innerhalb der DGP, 29,1 % eine geringe Sichtbarkeit qualifizierter Frauen innerhalb der Fachgesellschaft. Gleichzeitig betonten 59,5 %, dass für das Präsidentenamt in erster Linie fachliche, wissenschaftliche und persönliche Eignung entscheidend sein sollten.

Die Frage nach einer gezielten Unterstützung weiblicher Kandidatinnen wurde unterschiedlich bewertet: 26,3 % der Teilnehmenden hielten dies für wünschenswert, 23,7 % sahen keinen Bedarf. Dabei zeigt sich eine unterschiedliche Gewichtung zwischen den Geschlechtern: Während Frauen eine gezielte Unterstützung häufiger als wünschenswert einstuften (39,3 %), bewerteten Männer diese häufiger als nicht erforderlich (36,8 %).

Darüber hinaus wurden im Rahmen der Umfrage zahlreiche mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für zukünftige Präsidentschaften genannt. Insgesamt 62,3 % der Befragten sehen geeignete weibliche Kandidatinnen.

Die am häufigsten genannten Kandidatinnen wurden dem Vorstand der DGP im Anschluss an die Befragung zur Kenntnis gebracht. Unverändert gilt jedoch: Jede Person, die Interesse an einer Kandidatur hat und die entsprechende fachliche, wissenschaftliche und persönliche Eignung mitbringt, kann ihr Interesse in der Geschäftsstelle der DGP selbst bekunden.

Die Umfrage bietet einen Überblick über die Einschätzungen der teilnehmenden Mitglieder zu diesem Thema und soll zur weiteren Diskussion innerhalb der DGP beitragen.

Wir bedanken uns ausdrücklich für die rege Teilnahme an der Umfrage. Die große Beteiligung zeigt, dass das Thema innerhalb der Gesellschaft wahrgenommen wird und Anlass zum Austausch bietet.

Julia Wälscher und Christiane Mölgen
Sprecherinnen der Frauen in der Pneumologie