Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, wird die Keynote am Kongress-Freitag übernehmen. Denn jährlich sterben in Deutschland rund 131.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum, viele weitere erkranken. Die direkten Gesundheitskosten werden auf mehr als 30 Milliarden Euro und die volkswirtschaftlichen Folgenkosten auf fast 70 Milliarden Euro geschätzt. Vor allem Kinder und Jugendliche gilt es zu schützen. „Wenn nikotinhaltige Produkte mit süßen Aromen und bunten Designs wie Bonbons vermarktet werden, ist das keine Freiheit, sondern eine Anfix-Strategie“, so Streeck. „Darum brauchen wir strengere Regeln bei Aromen und Verkauf – und konsequente Kontrollen, auch online!“ In seiner mit Spannung erwarteten Keynote am 20. März um 8 Uhr wird er konkret darlegen, wie Prävention als Leitlinie der Tabak- und Nikotinpolitik gezielt gestaltet werden kann.
Das Verbot von einigen gesundheitsschädlichen Aroma- und Kühlstoffen in E-Zigaretten sei ein wichtiger Schritt, aber er reiche laut Streeck nicht aus. Länder wie zum Beispiel die Niederlande oder Dänemark verbieten charakteristische Geschmacksrichtungen in Tabakerzeugnissen weitgehend. „Diesen Ansatz sollten wir auch in Deutschland ernsthaft prüfen“, fordert Streeck. Ebenso will er ein Ende des verharmlosenden Marketings bei E-Zigaretten und deutlich bessere Kontrollen von illegalem Import und Vertrieb durchsetzen sowie stärkeres Durchgreifen der Gewerbeaufsicht bei Verstößen. Auch höhere Tabaksteuern könnten seiner Meinung nach ein wirksames Instrument sein. „Wenn wir einen Teil der Mehreinnahmen gezielt in Prävention und Rauchentwöhnung investieren, ist das ein Gewinn für alle: Wer aufhören will, soll es auch schaffen – mit Beratung, Medikamenten und echten Angeboten."
Aus Termingründen wird Hendrick Streeck für die Keynote live per Videoschalte in den Saal 14a übertragen. Im Anschluss an seinen Vortrag besteht auch die Zeit für Fragen und Austausch mit dem Redner.
- Keynote-Lecture 2: Prävention als Leitlinie der Tabak- und Nikotinpolitik
Freitag, 20. März, 08:00 bis 08:45 Uhr
Saal 14a (ICM, 1.OG)
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Zum Hintergrund von Hendrik Streeck:
Hendrik Streeck wurde im Mai 2025 zum Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen ernannt. Seit der 21. Wahlperiode ist er Mitglied des Deutschen Bundestags und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung. Er ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Hendrik Streeck ist Mitglied der Deutschen Ärztekammer, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin (dagnä), der Gesellschaft für Virologie (GfV), des Deutschen Hochschulverbands (DHV), der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), des Rotary Clubs, der Europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste und ist Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung. Streeck trägt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.