Liebe Kolleginnen und Kollegen,
es gibt Momente, in denen man nicht nur einen Kongress vorbereitet, sondern auch die Chance erhält, die Zukunft des eigenen Fachs ein Stück weit mitzugestalten. Als ich gefragt wurde, die Präsidentschaft des 67. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zu übernehmen, war für mich deshalb schnell klar, dass dieser Kongress ein Thema haben sollte, das mir persönlich am Herzen liegt.
Unser Kongress steht unter dem Motto „Frauen voran – Neue Perspektiven für die Pneumologie von morgen“.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Frauen und Männer gegeneinanderzustellen. Vielmehr möchte ich den Blick darauf richten, wie wir unser Fach gemeinsam weiterentwickeln können. Wissenschaft lebt von unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Perspektiven. Genau dort entstehen Innovationen – und genau deshalb sind Vielfalt und wissenschaftlicher Austausch für die Zukunft der Pneumologie so wichtig.
Heute entscheiden sich so viele Frauen wie nie zuvor für ein Medizinstudium und auch die Pneumologie wird von engagierten Kolleginnen entscheidend mitgestaltet. Gleichzeitig zeigt sich diese Entwicklung in Führungspositionen noch immer nicht selbstverständlich. Ich wünsche mir, dass hervorragende Wissenschaftlerinnen künftig ebenso selbstverständlich als Oberärztinnen, Chefärztinnen, Klinikdirektorinnen oder Präsidentinnen unserer Fachgesellschaft sichtbar werden. Davon profitieren nicht nur Frauen – davon profitiert unser gesamtes Fach.
Diese Überzeugung spiegelt sich auch im wissenschaftlichen Programm wider. Zwei meiner Präsidentensymposien beschäftigen sich mit Frauen in Führungspositionen sowie mit geschlechterspezifischen Unterschieden in Diagnostik und Therapie. Gleichzeitig möchte ich bewusst wissenschaftliche Brücken schlagen: zwischen Pneumologie und Rheumatologie, zwischen Grundlagenforschung und klinischer Praxis oder zwischen Erkrankungen wie IPF, COPD und Lungenkarzinom, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, bei genauerem Hinsehen jedoch überraschend viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Neue Perspektiven entstehen häufig dort, wo wir Bekanntes neu zusammendenken.
Der DGP-Kongress lebt jedoch nicht allein von seinem Programm. Er lebt vor allem von den Menschen, die ihn mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten, ihren Ideen und ihrer Offenheit für neue Perspektiven bereichern. Jede Diskussion, jedes Abstract und jede Begegnung tragen dazu bei, unser Fach weiterzuentwickeln und voneinander zu lernen.
Ich lade Sie herzlich ein, Teil dieses Austauschs zu sein. Lassen Sie uns in Köln aktuelle Forschung diskutieren, neue Impulse mitnehmen und gemeinsam daran arbeiten, die Pneumologie von morgen weiterzuentwickeln. Denn Wissenschaft lebt von neuen Perspektiven.
Ich freue mich darauf, Sie vom 3. bis 6. März 2027 in Köln begrüßen zu dürfen.
Herzlichst
Ihre
Prof. Dr. Antje Prasse
Kongresspräsidentin des 67. DGP-Kongresses